Durch Schmerz und Leid habe ich zu mir selbst gefunden

Ich dachte immer, dass ich bereits seit meiner Kindheit vieles in meinem Leben erlebt und durchgemacht habe, doch leider war dies nicht der Fall. Fangen wir von vorne an. Jeder von uns hat den Wunsch in seinem Leben anzukommen, den Kreis irgendwann zu schließen und zu sagen: ja ich habe gelebt und das was ich erlebt habe, hat mich weitergebracht. Darüber habe ich euch schon öfter erzählt. Natürlich hat jeder von uns eine andere Aufgabe im Leben. Manch einer hat das Gefühl des Ankommens, bereits schon Mitte zwanzig, die anderen erst mit 80 Jahren oder sogar noch später. Dadurch dass ich bereits seit meiner Kindheit von Auf und Abs. geprägt bin, habe ich die letzten Jahre immer wieder den Wunsch gehabt anzukommen, endlich die Ruhe und das Gleichgewicht im Leben zu finden. Aus jeden Erfahrungen sollten wir etwas lernen. Mit 36 Jahren durfte ich bereits einiges lernen und bin oftmals an Tiefpunkten im Leben gestanden, an denen ich selbst nicht mehr weiter wusste.

Doch diese Erfahrung veränderte mein Leben.

Vor knapp 1,5 Jahren hatte ich endlich das Gefühl gehabt bei mir und in meinem Leben angekommen zu sein, privat als auch geschäftlich. Ich konnte mich endlich vollkommen öffnen und mich fallen lassen. Kennt ihr dieses Gefühl, endlich keine Sorgen und keine Gedanken zu haben? Ich hatte den Eindruck als wäre Alles so einfach, mit Leichtigkeit erfüllt und im Einklang. Kennt ihr dieses Gefühl? Eigentlich würde ich sagen, wow, das klingt super und wie im Märchen. Jedoch wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass genau diese Beziehung die schlimmste Erfahrung in meinem Leben wird. Sie brachte meinen Körper, Geist und Seele an Grenzen die ich vorher nie kannte. Was tut man nicht alles, wenn man liebt. Gerade bei uns Frauen ist es oft so, dass wir alles andere weit vor uns selbst stellen. Genau dies ist der Knackpunkt.

Verliebt zu sein, das kennt jeder von uns, doch muss man sich in solchen Momenten alles gefallen lassen? In einer Beziehung überhören wir gerne alle Signale, gerade in Momenten in denen es nicht mehr läuft und es eigentlich besser wäre zu gehen. Wir leiden doch lieber, anstatt die Hoffnung aufzugeben, dass es doch irgendwie wieder etwas werden könnte. Wir lassen uns sehr oft auf vieles herab, lassen uns vieles gefallen, was wir ohne dieses Gefühl zu dem anderen, niemals zulassen würden. Verlieren hierdurch unseren Wert.

Das letzte dreiviertel Jahr, musste auch ich hier eine sehr schlimme Erfahrung machen. Die Beziehung wurde von Tag zu Tag schlimmer, der Respekt und die Wertschätzung wurde immer unwichtiger und bedeutungsloser, auch verbale Gewalt an Wochenenden (ich denke manche Frauen wissen genau von was ich spreche) wurde immer mehr. Dies hatte natürlich Auswirkungen auf mein Geschäft und Streit lag an der Tagesordnung. Was sonst noch alles geschah kann ich nicht aussprechen, der Schmerz um diese Erfahrung herum, liegt immer noch zu tief.

Wenn es privat über Wochen und Monate nicht läuft, geht es natürlich irgendwann auch auf das Geschäft über. Wer sagt man sollte dies trennen, redet Quatsch, denn so etwas über Wochen und Monate zu trennen – ist unmöglich. Aus deinem Zuhause solltest du Kraft schöpfen, bricht dir das Zuhause auf Dauer aber weg und geht in ein angespanntes Verhältnis über, wird es schwierig das Gleichgewicht zu halten. Dadurch, dass ich ihn an erster Stelle gestellt habe, immer gegeben, jedoch nie etwas zurückbekommen habe, hatte ich mich selbst komplett verloren. Gerade ich, die sich seit Jahren mit dem ganzheitlichen beschäftigt, die jedem predigt: „hör auf deine Signale, die dir dein Körper sendet und schau hin, wenn etwas nicht passt.“ Hatte dies alles selber für mich vergessen… Ich war geschockt und wenn ich momentan zurückblicke, waren schon längst die Grenzen überschritten. Schon Wochen und Monate vorher hatte ich das Gefühl gehen zu müssen, doch auch ich bin über jegliche Signale, die auch mir mein Körper in Form von Krankheit gesendet hatte, hinüber gestiegen und weiter gegangen. Mein Nervensystem lief auf Hochleistung und meine Kräfte ließen immer mehr nach.

Am Ende musste es an einem Punkt kommen, an dem ich am Fallen war, kraftlos am Boden lag und mit dem Gedanken spielte nur noch sterben zu wollen. Erst dann, als mein Körper, mein Geist und meine Seele nur noch Schmerzen in sich trugen, erkannte ich für mich, dass es an der Zeit war zu gehen.

Am Ende stelle ich mir die Frage: „Was soll ich aus dieser Erfahrung die über Monate ging, lernen?“

Rückblickend auf die 1,5 Jahre und nach knapp 2,5 Monaten des los lassens, kann ich nur so viel zu euch sagen. Ich bin momentan energiemäßig noch nicht ganz fit und versuche Stück für Stück mein Leben wieder aufzubauen.

Doch durch die Trauer, den Schmerz und das Leid habe ich meinen eigenen nur noch deutlicher Wert erkannt. Jeder Einzelne von uns ist so viel mehr Wert, als solch eine Erfahrung erleben zu müssen und so schlecht behandelt zu werden. In dieser schweren Zeit sind mir Menschen begegnet, die mir in meinem Tief im Leben, Freude gebracht haben und mir Licht dort geschenkt haben, wo Dunkelheit herrschte. Ich habe erkannt was mir ganz persönlich vom Herzen heraus wichtig ist, Menschen zu begegnen die mein Leben bereichern und hinter mir stehen. Durch das Loslassen dieser Beziehung konnte ich meinen Weg und mich selbst wieder finden. Egal was ist und egal was kommen mag niemand von euch darf sich selbst verlieren. Ich danke all denen, die nun um mich herum sind und mir in dieser Zeit viel Kraft gegeben haben.

Ein Appell an all die Frauen da draußen. Setzt Grenzen, da wo ihr das Gefühl habt – es tut euch nicht mehr gut. Geht, wenn ihr die Signale hört. Schätzt und liebt euch selbst. Glaubt an euer Leben und ganz besonders – „ihr seid es alle WERT ein glückliches und erfülltes Leben zu führen.“

In Liebe Bianca

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